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Fragen und Antworten

Fragen und Antworten

Hier haben wir die häufigsten Fragen zu „Triumph des Wissens “ und den „Hooligans Gegen Satzbau“ gesammelt und beantwortet.

Wie kam es zu Hooligans Gegen Satzbau?

Kiki:

Im Oktober 2014 gab es eine Großdemonstration der “Hooligans Gegen Salafisten” in Köln, bei welcher völlig unerwartet 5000 Hooligans wie aus dem Nichts auftauchten und randalierend und hetzend durch die Straßen zogen. Das war nicht nur der Startschuss für einen stetig wachsenden Rechtspopulismus, der sich schnell in Gruppierungen wie diversen Bürgerwehren oder in Form von Straßenprotesten (z.B. PEGIDA) und letztlich sogar durch den Einzug der AfD in den Bundestag zeigte, sondern auch für jede Menge offenen Hass auf Geflüchtete und Andersdenkende direkt in der Mitte unserer Gesellschaft und vor allem in den sozialen Medien.

Da wir für unser Empfinden mit unseren damaligen Diskussionsversuchen über unsere Klarnamenprofile zu wenig Menschen erreichten und auch offen angefeindet und bedroht wurden, entstanden nach und nach die Hooligans Gegen Satzbau. Man kann uns als digitale Antwort auf einen zunehmenden Rechtsruck verstehen.

Wer sind die Hooligans Gegen Satzbau und was macht ihr?

Kiki:

Wir sind ein Online-Nachhilfeinstitut für meinungsmanipulierende, aufrechtdeutsche, retronaziske und patriotische Stimmungsmacher, bestehend aus einer Erziehungswissenschaftlerin und einem Kommunikationsdesigner.
 Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, strammdeutschen, bildungsflüchtigen Meinungsmachern und Möchtegernführern einen Rahmen zu bieten, in welchem sie nicht nur ihre Deutsch- und Menschwerdung sprachlich liebevoll erarbeiten und trainieren können, sondern auch ihre vielbetonte Ehrlichkeit,Aufrichtigkeit, Kultur, Anstand und Moral erlernen können.

Dazu kommentieren, korrigieren und illustrieren wir auf unterschiedlichen Ebenen Beiträge, welche bewusst gestreut wurden, um Angst zu erzeugen und Meinungen zu beeinflussen. Wir beantworten den Wutführern nie gestellte Fragen zu Meinungsfreiheit, Krieg, Flucht, Empathie und Menschlichkeit. Wir informieren und diskutieren, klären auf, unterstützen und motivieren unsere Nutzer, ebenfalls gewaltfrei gegen Hass und Hetze im Netz aktiv zu werden. Wir dienen als Plattform zum Austausch und als Ort des des Kräfte- und Argumentesammelns, wenn man bei all dem Hass im Netz an seine Grenzen kommt. Denn was wir vor allem machen, ist lachen, denn Lachen befreit und macht mutig!

2016 wurden wir dafür sogar mit dem Publikumspreis des SMART HERO AWARD ausgezeichnet, eines durch Facebook, der Stiftung Digitale Chancen und der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgelobten Preises für soziales und politisches Engagement in sozialen Medien.

Was ist der „Triumph des Wissens“?

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Ein Mitmachbuch zum Selbermachen und Verschenken.

Kiki:

Die konsequente Weiterführung unserer Socialmediaarbeit, eine Idee, die über zwei Jahre in einer Schublade schlief, bis sie nicht mehr ruhen wollte. Ein Mitmachbuch, das animieren soll, bewusster durchs soziale Netz zu wandern und den Mund aufzumachen, wenn strammdeutsche Patrioten unsere Kultur mit Füßen treten.

Warum gerade ein Mitmachbuch?

Kiki:

Wir lesen jeden Tag so viel. Tausende Menschen können viel schlauere Dinge schreiben, als wir. Wir wollen unbequem sein, Menschen machen lassen, wenn es nichts mehr zum Lachen gibt, wir wollen dazu animieren, zu reagieren und das Schweigen abzulegen, wir wollen nicht nur, dass es wieder Spaß macht, sich mit Politik und Geschichte zu beschäftigen, sondern auch deutlich machen, dass es extrem sinnvoll und dringend notwendig ist.

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Man kann Leuten ja grundsätzlich viel erzählen, stößt dabei aber oft auf taube Ohren und steht als Wichtigtuer dar. Das Buch gibt keine definitiven Antworten, lässt aber die Leser selbst zur einen oder anderen Erkenntnis kommen. Durch das Selbermachen bekommen die Leser einen anderen Bezug zu Themen, die sonst vielleicht zu abstrakt wären. Sie sollen selbst nachdenken und ihre Schlüsse ziehen.

Was wollt ihr mit „Triumph des Wissens“ erreichen?

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Platz 1 der Bestsellerliste wäre nicht schlecht. Hahaha.

Kiki:

Wir wollen nicht mehr zulassen, dass weggeschaut wird. Darum holen wir die Aussagen der deutschen Vaterlandsretter direkt in unsere Mitte und lassen unsere Leser sich mit diesen beschäftigen. Wir wollen nicht sagen, was richtig oder falsch ist, wir wollen, dass die Lesenden sich diese Erkenntnis selbst erschließen.
Wir wollen, dass Menschen, die das Deutsche über alles erheben und Andere kategorisieren, sich auch selbst hinterfragen. Genüge ich meinen Ansprüchen denn selbst? Erfülle ich das, was ich von Anderen erwarte? Wenn ich von Kultur und „die sollen erstmal Deutsch lernen, ansonsten können sie sich verpissen“ spreche, dann sollte
auch die Frage erlaubt sein: Beherrschst du das von dir geliebte Deutsch und bist du
Träger unserer Kultur? Was macht denn Kultur aus?

Wir gehen mit Humor und Wissen an dieses Thema heran, und das hat auch einen ganz konkreten Grund. Sehr viele Menschen, die sich aktiv gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einsetzen, wurden bereits bedroht. Gerade darum wollen wir Mut machen, dennoch immer weiter auf Diskussionen einzugehen, zu widersprechen und ein Gegengewicht zu bilden.

Das Ziel ist also nicht, uns über Superdeutsche lustig zu machen und sie auszugrenzen, sondern zivilgesellschaftliches Engagement zu fördern und zu ermutigen, sich auf Auseinandersetzungen einzulassen. Niemand soll aus Angst aufhören, Unrecht zu kritisieren.

Wenn sich von unseren über 150.000 Followern auch nur ein kleiner Teil aufgrund unserer Arbeit
aktiv und aufmerksam im Netz bewegt, haben wir schon ziemlich viel erreicht. Wir möchten nicht mehr
 schweigen, wenn Unrecht geschieht, sondern die aufkeimende Unzufriedenheit zum 
Thema machen und darauf hinweisen, dass es zwar einfach ist, einen Schuldigen zu
suchen, aber nicht ausreicht. Wir schaffen eine Allianz der Solidarität.

Was ist die sogenannte Rechts-Schreibung, die ihr “korrigiert”?

Rechts-Schreibung (die):

Die sogenannte Rechts-Schreibung ist eine zunehmend um sich greifende Form der verbalen Verrohung – besonders in sozialen Netzwerken. Sie ist geprägt von menschenverachtendem Inhalt, teils maßlosem Nationalstolz, Gewaltakzeptanz und Beleidigungen. Nicht selten gehen diese Merkmale mit einer Missachtung aller gängigen Grammatikregeln einher. Rechts-Schreibung findet sich in Teilen in allen politisch extremen Lagern, bevorzugt jedoch im rechten Spektrum wieder. Sie ist ein übergreifendes Gesellschaftsphänomen und zunehmendes Problem.

Wie bedeutend ist Sprache? Bei der Rechts-schreibung denkt man an Victor Klemperers LTI, ein Buch, in dem er sehr genau beschrieben hat, wie die Nationalsozialisten Sprache als Machtinstrument genutzt haben.

Kiki:

Sprache ist Macht. Wer sie beherrscht, kann aktiv teilhaben. Wer den Nerv der Zeit trifft, kann führen, manipulieren und Diskurse anführen. Wer sie nicht beherrscht, kann Dinge nicht hinterfragen und verstehen, fühlt sich leichter machtlos und hat das Gefühl, ausgeschlossen oder bevormundet zu sein. Nur zu gern wird dann auf einfache Erklärungen anderer zurückgegriffen, um das Gefühl der Handlungsfähigkeit zu erlangen.

Wissen und Witz gegen Hass und Hetze – funktioniert das? Reicht das aus?

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Sie helfen vielleicht nicht unmittelbar dagegen, aber sie helfen damit umzugehen und nicht zu verzweifeln oder sogar Angst vor der Entwicklung zu bekommen. Wer keine Angst und das nötige Wissen hat, der kann auch an anderer Stelle aktiv werden. Indirekt helfen sie also.

Kiki:

Ja, es funktioniert. Nein, es reicht nicht aus. Sobald jemand ein Patentrezept hat gegen Patriotismus und Aufrechttum, werden wir unsere Strategie ändern. Bis dahin reihen wir uns ein in die vielen guten Konzepte und Ideen, um diesem Phänomen zu begegnen und vor allem, um alle anderen zu stärken.

Haben die sozialen Netzwerke am Bilden einer politischen Meinung eine aktive Mitverantwortung?

Kiki:

Absolut. Facebook spielt eine besondere Rolle, da es einem User gezielt Informationen, Seiten und Personen vorschlägt, die zu seinen Vorlieben passen. Treibt dieser sich auf patriotischen Seiten rum, bekommt er weitere vorgeschlagen, Ängste werden befeuert, Meinungen untermalt.

Der Eindruck entsteht: Alle denken wie ich. Oft liefert Facebook dann auch gleich die Lösung. Ich bekomme zum Beispiel regelmäßig die Seiten der AfD, von diversen Patrioten oder rechtspopulistischen Gruppen vorgeschlagen, da ich durch die Hooligans viel auf „patriotischen” Seiten unterwegs bin.

Jeden Tag solche Posts anzuschauen und zu kommentieren, hat das nicht Auswirkungen auf die eigene Psyche? Wie geht ihr damit um?

Kiki:

Ich merke, dass ich gelernt habe, wie eine Strammdeutsche zu denken. Ich kann in einer Menschenmenge den Patriotenmodus anschmeißen und bewusst genau das sehen, was sie sehen. Das ist schon ein ganz schön übles Gefühl.
Aber ich bin froh, dass ich soweit geerdet bin, dass sich die Realität niemals ausblenden lässt. Ich kann den Patriotenmodus ganz einfach wieder ausschalten und ohne Angst durchs Leben gehen.

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Ich bin da (leider) auch schon ziemlich abgestumpft, was konkrete Inhalte angeht. Was mich manchmal schier verzweifeln lässt, ist nicht das, was manche Leute von sich geben, sondern die Frage, warum sie es tun. Ich komme sehr schlecht mit dem Gedanken zurecht, offenbar umgeben zu sein von einem Haufen empathieloser Arschlöcher. Ich verstehe einfach nicht, wie und warum man so sein bzw. werden kann.

Haben die Posts von „Vaterlandsverteidigern“ und „Patrioten“ in den letzten Jahren nach eurem Empfinden zugenommen und haben sie sich radikalisiert?

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Die Zahl derer, die sich nun trauen öffentlich auszusprechen, was sie vorher nur betrunken am Stammtisch rausposaunt haben, hat auf jeden Fall zugenommen. Ich weiß aber nicht, ob Radikalisierung das richtige Wort ist. Enthemmung trifft es irgendwie besser.

Kiki:

Ja, sie haben zugenommen, was unter anderem daran liegt, dass aufrechtes Gedankengut gesellschaftsfähig geworden und der öffentliche Diskurs, angeführt von Themen, die die AfD provokant hervorbringt, immer weiter nach rechts driftet. Das, was heute toleriert wird, galt gestern noch als extrem.

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Die Niveau-Limbolatte wird jedenfalls täglich ein Stück tiefer gehängt, was zur Folge hat, dass sich immer weniger Menschen die Mühe machen, sie zu beachten. Sie steigen einfach drüber und treten sie noch ein Stück weiter nach unten.

Kiki:

Radikalisiert hat sich auf jeden Fall die Sprache in den sozialen Netzwerken. Die Rufe nach Vergeltung, Rache, Öfen, die wieder entfacht und Menschen, die wieder „geklatscht“, kastriert oder verbrannt werden sollen, häufen sich und sind in sämtlichen Kommentarspalten der verschiedensten Nachrichtendienste zu finden.

Auch kann man von einer Onlineradikalisierung sprechen, wenn man genauer betrachtet, wie das Netz genutzt wird, um sich zu tausenden anonym zu sammeln und Hetzkampagnen gegen Andersdenkende zu starten. So wie es „Reconquista Germanica“ beispielsweise macht. Es wird von einer memetischen Kriegsführung gesprochen und ja, online steht man oft direkt an der Front. Wer widerspricht soll fertiggemacht werden.

Offline zeigt die aktuelle Kriminalitätsstatistik, dass ein deutlicher Anstieg rechter politisch motivierter Straftaten zu verzeichnen ist, ausgeübt mehrheitlich von Ersttätern. Da ist die Frage berechtigt: Wo kommen diese Ersttäter her und wo haben sie sich radikalisiert?

Hassmails oder Fanpost – was überwiegt?

Kiki:

Ganz klar Fanpost ❤. Hassmails erreichen uns immer weniger. Dafür aber zunehmend Mails von besorgten Bürgern, die Rat und Orientierung suchen und ein entspanntes Gespräch suchen ohne pauschal angefeindet zu werden.